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Universität Graz Pollenwarndienst für die Steiermark Neuigkeiten Beifuß, Gräser und Pilzsporen belasten
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Montag, 13.07.2026

Beifuß, Gräser und Pilzsporen belasten

Artemisia sp.

Die Woche beginnt in der Steiermark sonnig und heiß mit bis zu 33 Grad, ehe am Dienstag und Mittwoch schwül-warmes Wetter mit Schauern und Gewittern für eine erhöhte Belastung sorgt. Gräserpollen bleiben vor allem in Bergregionen sowie lokal entlang von Flussläufen und Wäldern relevant, während Maispollen hauptsächlich in der Nähe blühender Felder auftreten. Gleichzeitig startet die Beifußsaison, wodurch insbesondere in Tieflagen und an Ruderalstandorten erste stärkere allergische Beschwerden möglich sind. Auch die Konzentration von Pilzsporen nimmt zu, besonders nach Niederschlägen und bei der Getreideernte. Allergiker:innen sollten körperliche Aktivitäten auf die Morgen- oder Abendstunden verlegen und bei Gewittern wegen des erhöhten Risikos für sogenanntes Gewitterasthma möglichst in geschlossenen Räumen bleiben.

 

Der Montag startet in der Steiermark mit viel Sonnenschein und nur harmlosen Quellwolken, die Tageshöchstwerte erreichen bis zu 33 Grad. Am Dienstag kehren bei anhaltender Schwüle Schauer und Gewitter zurück, die Temperaturen liegen zwischen 25 und 31 Grad. Auch der Mittwoch bringt feucht-labiles Sommerwetter mit einem Mix aus Sonne, Wolken und gewittrigen Schauern. Am Donnerstag setzt sich die Sonne wieder durch, es wird erneut heiß – einzelne Gewitter über den Bergen sind aber weiterhin möglich.

Gräser – Hauptbelastung in den Niederungen und Bergregionen: Die Gräser setzen in den Niederungen weiterhin Pollen frei, die Konzentrationen bleiben aber meist auf mäßigem Niveau. An Bach- und Flussläufen sowie in Wäldern können sie jedoch regional verstärkt Pollen freisetzen, dann sind hohe Belastungen möglich. Der Schwerpunkt der Gräserblüte liegt nun in den Bergregionen der Steiermark. Bei passenden Windverhältnissen werden Gräserpollen von dort in die Tallagen und Niederungen transportiert, was die lokale Belastung zusätzlich verstärkt. Auch Ampfer und Wegerich sind weiterhin in Blüte und tragen zur Pollenbelastung bei.

Mais – Belastung nur in Feldnähe: In seinen Anbaugebieten hat der Mais zu blühen begonnen. Maispollen zählen zu den größten Pollenkörnern im Pflanzenreich. Aufgrund ihrer Größe und ihres vergleichsweise hohen Gewichts werden sie nur über kurze Distanzen transportiert. Erhöhte Pollenkonzentrationen sind daher vor allem im direkten Umfeld blühender Maisfelder zu erwarten.

Beifuß – die Kräuterpollensaison beginnt an Ruderalstandorten: Ein besonderes Augenmerk gilt in diesen Tagen dem Beifuß (Artemisia vulgaris). An Ruderalstandorten – also auf Schuttplätzen, Bahndämmen, Straßenrändern, Gstätten, Kiesgruben und anderen brachliegenden Flächen – hat der Beifuß vielerorts zu blühen begonnen. Die Anzahl der blühenden Pflanzen nimmt kontinuierlich zu, auch wenn es noch einige Tage dauern wird, bis die flächendeckende Blüte eintritt. Anders als bei den Gräsern, deren Pollen vorwiegend aus den höheren Lagen stammt, ist der Beifußpollen gerade in den Tieflagen und urbanen Randzonen der Steiermark ein Problem. Besonders betroffen sind die Ruderalflächen entlang der Mur, die Bahntrassen im Mürztal, die Industrie- und Gewerbegebiete rund um Graz und Leibnitz sowie die Gstätten in den Randbereichen der Siedlungsgebiete. Die Pollen des Beifußes sind hoch allergen – bereits Konzentrationen von 10 bis 20 Pollen pro Kubikmeter Luft können bei sensibilisierten Personen deutliche Beschwerden auslösen. Bereits jetzt blühende Pflanzen können lokal erste relevante Belastungen verursachen. Kreuzreaktionen mit Sellerie, Karotte, Kamille und anderen Korbblütlern sind häufig und sollten von Betroffenen unbedingt beachtet werden.

Pilzsporen – Belastung steigt: Allergikerinnen und Allergiker, die auf Pilzsporen sensibilisiert sind, sollten in den kommenden Tagen mit mäßigen bis hohen Belastungen rechnen. Besonders beim Dreschen von Getreide werden große Mengen an Pilzsporen aufgewirbelt. Auch nach Niederschlägen steigen die Sporenkonzentrationen deutlich an – vor allem Cladosporium und Alternaria setzen dann vermehrt ihre Sporen frei. Entlastung bietet ein Aufenthalt in höheren Lagen, denn mit zunehmender Seehöhe nimmt die Belastung durch Pilzsporen deutlich ab.

Neben den bereits erwähnten Pollentypen sind derzeit auch Pollen von Bienenweide, Brennnesselgewächsen, Doldenblütlern, Sauergräsern, Schmetterlingsblütlern und Wacholder im Pollenspektrum vertreten. Von ihnen geht jedoch nur ein sehr geringes allergenes Potenzial aus.

Empfehlungen für Allergiker:innen: Angesichts der sommerlichen Hitze und der mäßigen bis hohen Pollenbelastung wird empfohlen, Sport und körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden oder den späten Abend zu verlegen – dann sind die Pollenkonzentrationen erfahrungsgemäß am niedrigsten. Für Beifuß-Allergiker:innen ist besondere Vorsicht an Ruderalstandorten geboten: Bahndämme, Schuttplätze, Straßenränder und Gstätten sollten gemieden werden, da dort bereits relevante Pollenmengen freigesetzt werden. Das Tragen einer Sonnenbrille, das abendliche Ausspülen der Haare und das Wechseln der Kleidung nach Aufenthalten im Freien können helfen, die Pollenexposition zu reduzieren.

Warnhinweis zu Ozon und Gewitterasthma: Bei der prognostizierten Hitze kann die Konzentration von bodennahem Ozon ansteigen, was die Atemwege zusätzlich reizt. Bei herannahenden Gewittern – wie sie für Dienstag und Mittwoch vorhergesagt sind – werden Pollen, insbesondere jene von Gräsern und Beifuß, durch starke Fallwinde (Downbursts) zerrissen und in feinste lungengängige Partikel fragmentiert, die tief in die Atemwege eindringen können. Dies kann bei Pollenallergiker:innen – auch bei jenen, die bisher kein Asthma hatten – zu plötzlich auftretenden, schweren Asthmaanfällen führen. Personen mit bekanntem Asthma oder Heuschnupfen wird dringend empfohlen, bei aufziehenden Gewittern geschlossene Räume aufzusuchen und Bedarfsmedikamente griffbereit zu halten.

Für den Inhalt verantwortlich

AZ Pollen Research GmbH
in Kooperation mit dem Institut für Pflanzenwisenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung.
Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal, Lukas Dirr, MSc und Mag. Pramod Harvey.

Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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